Soziale Netzwerkanalyse

Sozialnetzwerkanalyse - Erste Ergebnisse

ÖAR-Regionalberatung GmbH in Zusammenarbeit mit der CONVELOP cooperative knowledge design gmbh

Figure 4: Internal CENTROPE R&D network

Hintergrund und Ziele

Die Studie „Das F&E-Kooperationsnetzwerk der CENTROPE-Region ? Eine Sozialnetzwerkanalyse“ wurde von ecoplus, der Wirtschaftsagentur des Landes Niederösterreich, in Auftrag gegeben und im Rahmen des EU-kofinanzierten Projekts CENTROPE_TT, als Teil des Arbeitspakets „CENTROPE R&D Mapping“, durchgeführt. Die bestehenden F&E-Netzwerke von Organisationen werden mithilfe der Darstellung und Analyse der entsprechenden F&E-Beziehungen zwischen den Akteuren in der CENTROPE-Region erläutert. Folgende Schwerpunktfragen werden dabei berücksichtigt:

  • Besteht eine Zusammenarbeit der F&E-Akteure innerhalb der CENTROPE-Region und im EU-Raum?
  • Gibt es in der CENTROPE-Region ein F&E-Netzwerk oder nur vereinzelte Kooperationsinitiativen?
  • Wer arbeitet mit wem zusammen, und wer ist die treibende Kraft im Hinblick auf F&E-Kooperationsbemühungen?

 

Die SNA-Methode verarbeitet im Wesentlichen relationale Daten. Da der Schwerpunkt der Studie auf F&E-Kooperationen liegt, wurden die CORDIS-Daten als Informationsquelle verwendet und von den Projektpartnern von CENTROPE_TT angepasst, aufgearbeitet und vereinheitlicht, um aussagekräftige Studienergebnisse zu gewährleisten. [1] 

CORDIS ist der offizielle Informationsdienst für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung. Er verwaltet eine Datenbank mit umfassenden Informationen über die von der EU seit 1990 finanzierten F&E-Projekte. In dieser Studie wurden die Daten zum siebten Rahmenprogramm für Forschung und technologische Entwicklung der EU (RP7) anhand des Einsatzes von Instrumenten und Konzepten zur Sozialnetzwerkanalyse bewertet. Vor dem Hintergrund, dass der Schwerpunkt auf der Beschreibung von länderübergreifenden F&E-Kooperationen liegt, wurden die Daten über das spezifische Programm „Zusammenarbeit“ als Hintergrundinformationen zur Sozialnetzwerkanalyse herangezogen, da dieses Programm insbesondere Forschungsmaßnahmen fördert, die von verschiedenen Forschungseinrichtungen in transnationaler Zusammenarbeit durchgeführt werden.

Die Organisationen der CENTROPE-Region sind wichtige Partner der europaweiten F&E-Initiativen

Angesichts der Größe von CENTROPE ist die Region sehr gut in der europäischen Kooperationslandschaft positioniert. An jedem dritten Projekt (459 Projekte) des im Rahmen des RP7 laufenden Programms „Zusammenarbeit“ (1.563 Projekte) war mindestens ein Partner der CENTROPE-Region beteiligt. 276 Akteure der CENTROPE-Region gewährleisten die Durchführung der Projekte zusammen mit 3.134 Partnern aus 85 verschiedenen Ländern. Am häufigsten vertreten sind dabei Unternehmen (55 %), gefolgt von Forschungseinrichtungen (39 %).

Internationale Einbettung von F&E-Kooperationen in der CENTROPE-Region

Die CENTROPE-Region verfügt schon jetzt über eine bemerkenswerte Zahl an internen F&E-Kooperationen. Doch der Großteil der F&E-Kooperationen in der CENTROPE-Region ist auf westeuropäische Länder orientiert. Noch vor Frankreich, Großbritannien und Italien ist Deutschland der wichtigste externe Kooperationspartner der CENTROPE-Region. Überraschenderweise liegt die Beteiligung der neuen EU-Mitgliedsstaaten nicht über der von Nicht-EU-Mitgliedern.

F&E in der CENTROPE-Region – Entstehung eines intraregionalen Netzwerks

Innerhalb der CENTROPE-Region ist ein F&E-Netzwerk entstanden. Die Mehrzahl der F&E-Organisationen (132 von 276 Akteuren) sind in mindestens einem Aspekt miteinander verbunden. In jeder CENTROPE-Subregion gibt es zentrale Organisationen, die als Knotenpunkte fungieren: die Technische Universität Wien, die Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik, die Technische und Wirtschaftswissenschaftliche Universität Budapest, die Ungarische Akademie der Wissenschaften oder die Slowakische Akademie der Wissenschaften. Sie pflegen einen engen Kontakt zueinander, verbinden eine große Anzahl von Akteuren und sind die wichtigsten Stützen des Netzwerkes.

Eine solche Vernetzung ermöglicht den Akteuren einen schnellen Zugriff auf den umfangreichen Wissenspool innerhalb der Region, der über die von ihren direkten Partnern zur Verfügung gestellten Ressourcen hinausgeht. Auf diese Weise werden die Effizienz des Netzwerks sowie die Wahrscheinlichkeit weiterer Kooperationen erhöht. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass sich die Kooperationsmuster in der CENTROPE-Region in gewissem Maße durch eine höhere Methodik auszeichnen. Nur ein Projekt berücksichtigende Kooperationen sind weniger häufig als im gesamten Netzwerk.

Forschungseinrichtungen als „Knotenpunkte“

Forschungseinrichtungen bilden das Rückgrat des F&E-Netzwerks in der Region. Sie zeichnen für die meisten Kooperationsaktivitäten in der CENTROPE-Region verantwortlich und sind untereinander gut verbunden. Sie fungieren ebenfalls als Knotenpunkt für das Innovationssystem der CENTROPE-Region. Deshalb befinden sich die Unternehmen vor allem in der Nähe solcher Knotenpunkte. Sie integrieren die Unternehmen, die sich nicht im Zentrum des Netzwerks befinden.

Es gibt jedoch auch eine beachtliche Zahl an „isolierten Organisationen“: 85 Organisationen, von denen zwei Drittel Unternehmen sind, kooperieren ausschließlich mit Partnern außerhalb der CENTROPE-Region. Da sie nicht mit dem Netzwerk der Region verbunden sind, hat das F&E-System keinen direkten Zugriff auf das Know-how solcher Organisationen.[2]

Individuelle F&E-Organisationen spielen eine entscheidende Rolle bei länderübergreifenden Forschungsaktivitäten

Die Mehrzahl der 276 an F&E-Projekten beteiligten Organisationen in der CENTROPE-Region befinden sich im österreichischen Teil der Region (124). Danach folgen die ungarischen (77), tschechischen (50) und slowakischen Organisationen (25). Österreichische Akteure sind an 74 % aller grenzüberschreitenden Initiativen in der CENTROPE-Region beteiligt. Dies belegt, dass die österreichischen Organisationen eine wichtige Rolle bei transnationalen Forschungsaktivitäten in der CENTROPE-Region spielen.

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[1] Es war ursprünglich geplant, die Daten zu verwenden, die im Rahmen der im Arbeitspaket 1 durchgeführten F&E-Befragung erhoben wurden. Bei der Datenerhebung stellte sich jedoch heraus, dass die Forschungsinstitute nur selten sensiblere Daten im Hinblick auf die Zusammenarbeit zwischen F&E-Organisationen erheben konnten. Aus diesem Grund wurde davon abgesehen, nur die CORDIS-Datenbank zu verwenden.

[2] Jedoch sind Kooperationsinitiativen in anderen als den vom RP7-Programm abgedeckten Bereichen wahrscheinlich. Die Beschränkungen dieser Studie lassen eine umfangreichere Betrachtung des Sachverhalts nicht zu.



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